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Lean Prinzipien – für die Kunden, das Unternehmen und die Mitarbeiter

Unsere Kunden wollen beste Qualität zu günstigen Preisen und das zuverlässig immer wieder, die Mitarbeiter wünschen sich sichere Arbeitsplätze.  Das Unternehmen möchte so kostengünstig wie möglich arbeiten und strebt möglichst produktive Arbeitsweise an. Wettbewerbsfähige Preise sichern die Marktposition, beständige Weiterentwicklung sorgt für ein zukunftsträchtiges Wachstum. Und auf dem Weg dorthin helfen uns – quasi als Richtschnur für unser Vorgehen und Handeln  – die 5 Lean Prinzipien, die in dem Buch  Lean Thinking: Ballast abwerfen, Unternehmensgewinn steigern von dem Autorenteam Womack und Jones vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) gut beschrieben und leicht zu verstehen sind.

 

Die fünf Lean Prinzipien: #1 Werte definieren

Der Kunden entscheidet, was er als wertschöpfend oder nicht-wertschöpfend einstuft. Zunächst gilt es also herauszufinden, wer überhaupt mein Kunde ist, gleichgültig ob Endkunde (auch potenzieller Kunde) oder  interner Kunden. Und dann muss ich herausfinden, was der Kunde wirklich will und braucht. Und genau das und nur das sollten wir auch produzieren oder ausführen. Überflüssiges, in der Lean-Welt „Verschwendung“ genannt, gilt es wegzulassen. Interne Kunden, mit denen wir es in den Verwaltungsbereichen meist zu tun haben, können wir einmal fragen: Brauchen Sie die Statistik wirklich? Wenn ja, in dieser Form?

Die fünf Lean Prinzipien: #2 den Wertstrom identifizieren und analysieren

Unter einem Wertstrom versteht man alle Tätigkeiten, um von der Auftragsannahme bis zur Fakturierung zu gelangen. Bei der Identifikation des Wertstroms werden zunächst alle (sowohl wertschöpfenden wie auch nicht-wertschöpfenden) Aktivitäten erfasst und dargestellt, um einen Überblick aus der Vogelperspektive zu Wertstromerhalten. Dabei werden auch die Bearbeitungszeiten der einzelnen Prozessschritte erfasst.  In der Addition der wertschöpfenden und nicht-wertschöpfenden Zeiten entlang des Wertstroms wird meist deutlich, dass in nur einem sehr geringen Bruchteil der Arbeitszeit Wertschöpfendes geleistet wird.  Zudem werden „Bestände“ erfasst, also z.B. noch nicht bearbeitete Vorgänge. Diese sind Indikatoren dafür, dass es im Arbeitsablauf sog. Engpässe gibt, an denen sich die Arbeit staut. In der anschließenden Analyse geht es darum, die Verschwendung zu erkennen und zu beseitigen.

Die fünf Lean Prinzipien: #3 Flow erzeugen

Das Flow-Prinzip bedeutet, dass die Arbeit ruhig entlang des Wertstroms fließt mit gleichmäßiger Geschwindigkeit, ohne Stauungen oder Wartezeiten an den einzelnen Arbeitsplätzen. Oft muss der Arbeitsfluss in der Administration unterbrochen werden, weil eine Information nicht vorhanden ist. Ohne darauf näher eingehen zu wollen, ist eine wichtige Voraussetzung für das Fließprinzip in der Administration der einfache Zugriff auf alle wichtigen Informationen. Mittlerweile ist es bekannt, dass Multitasking keinen Effekt bringt, sondern der wirkliche Erfolg sich einstellt, wenn wir eines nach dem anderen bearbeiten.

Die fünf Lean Prinzipien: #4 Pull, den Kunden die Arbeit ziehen lassen

Das Pull-Prinzip besagt, erst aktiv zu werden, wenn der Kunde nachfragt. Es ist in Service-und Verwaltungs-Bereichen fast eine Selbstverständlichkeit, in der Produktion war es lange Zeit nicht gegeben. Es ging darum, über Massenproduktion niedrige Stückkosten zu erzielen. Das bedeutete aber gleichzeitig, die Produktion in den Markt zu „pushen“ mit dem einhergehenden Problem bei sich ändernden Kundenwünsche nicht flexibel reagieren zu können.

Die fünf Lean Prinzipien: #5 Nach Perfektion streben

Perfektion ist nicht erreichbar, wohl aber ein stetiges Streben danach. Selbst wenn wir eines Tages unser Unternehmen perfekt ohne jegliche Verschwendung organisiert haben sollten, können Marktentwicklungen, technische Neuerungen oder geänderte gesetzliche Anforderungen oder Rahmenbedingungen dazu führen, dass wir uns wiederum anpassen müssen. Hier gilt das alte Sprichwort: Stillstand ist Rückschritt. Das fünfte Prinzip wird durch Einführung des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) oder japanisch Kaizen angestrebt.

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 Weiterlesen s. unten das (immer noch) lesenswerte Buch von James P. Womack