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„Respect for people“ ist eine der wichtigen Säulen von Lean Unternehmens-Philosophie. Wenn Sie Lean Konferenzen besuchen oder Lean Bücher lesen, erfahren Sie in der Regel viel über Methoden und Tools, aber weniger davon, wie genau nun respect of people zu handhaben ist. Respect for people, leicht zu verstehen, schwer umzusetzen.

Genauso wie „Verschwendung vermeiden“, eine weitere Säule von Lean Konzepten, leicht zu verstehen ist, scheint Respect for People naheliegend und leicht umzusetzen. Aber es geht nicht einfach darum, nur freundlicher und respektvoller miteinander umzugehen. Das ist ja eigentlich selbstverständlich, Lean verlangt mehr.

Respect for people, leicht zu verstehen, schwer umzusetzen

Respect for People bedeutet nicht nur Respekt für die geleistete Arbeit der Mitarbeiter/Innen vor Ort (Gemba), sondern auch Respekt für die eigene Sichtweise der Beschäftigten auf die Art, wie sie ihre Arbeit erledigen. Diesen Blickwinkel können nur sie haben können; Führungskräfte können das nicht leisten.

Respektvoller Umgang mit den Beschäftigten auf Grund der Überzeugung, dass die besten Verbesserungsideen am Ort des Geschehens entstehen. Die Mitarbeiter/Innen dort kennen die Arbeit am besten, sie sind Experten ihrer Arbeit Sie kennen wichtige Details, die für Verbesserungsinitiativen Voraussetzung sind. Und sie sind schließlich diejenigen, die die Verbesserungen am dringendsten benötigen, um „sich die Arbeit leichter zu machen“.

Respect for People

Respect for people braucht andere Führungkräfte

Dieser zweiseitige Respekt muss gepaart werden mit der echten Überzeugung, dass die Beschäftigten, gute Arbeit leisten wollen. Gute Arbeit zu verrichten, befriedigt nach dieser Denkweise ein natürliches menschliches Bedürfnis, etwas leisten zu wollen, im eigenen Bereich gut zu sein. In einem solchen Umfeld braucht es keine dauernden Anweisungen oder tägliche Überwachungen durch den Boss. Führungskräfte haben die Aufgabe, die Ziele klarzumachen und die Mitarbeiter/Innen zu unterstützen. Ihre Rolle ist es, die „Mitarbeiter ihre Arbeit machen zu lassen“ (in Anlehnung an Deming) und sicherzustellen, dass die notwendigen Ressourcen vorhanden sind.

Teams einsetzen, bringt mehr Leistung

Ein weiterer Aspekt ist die Überzeugung, dass eine Organisation auf Teams aufbauend bessere Ergebnisse liefert, als es selbst die begabtesten Menschen als Einzelkämpfer können. Voraussetzung dafür sind Mitarbeiter/Innen, die Teamarbeit ernst nehmen und leben können. Solche Mitarbeiter/Innen wiederum haben auf natürliche Weise „Respect for People“. Sie sind in der Lage, unterschiedliche Sichtweisen zu akzeptieren, als Mehrwert zu begreifen und die Leistung der anderen zu schätzen.

Die Teams arbeiten in ihrem Bereich eigenständig und treffen selbstverantwortlich Entscheidungen. Die Führungskräfte befähigen ihr Team zu diesem eigenständigen Arbeiten. Wenn die Ergebnisse nicht ganz so sind, wie erwartet, verlangt „Respect for People“, diese Ergebnisse dennoch zu akzeptieren. Und das ist die wirkliche und wahrscheinlich größte Herausforderung für die Führungskraft, nämlich erst dann einzugreifen, wenn wirkliche Risiken auftreten.

Respect for People bringt nachhaltige Ergebnisse

Ein Unternehmen muss Resultate liefern. Es kann nicht nur einen netten Arbeitsplatz bieten, mit netten Leuten. Dennoch, eine gesunde Arbeits-Umgebung und Respect for People liefert langfristig gute Ergebnisse. Gute Mitarbeiter/Innen wollen gute Arbeit leisten. Gute Manager wollen gute Ergebnisse erzielen.  Respect for People ist eine wichtige Säule dabei.

Mich interessiert Ihre Meinung dazu. Ich freue mich auf Kommentare.

Angela Reeg-Muller
a.reeg-muller@exzellenta.de