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Dass Ziele SMART formuliert werden sollen, das weiß doch mittlerweile jeder, oder? Zumindest jeder, der schon einmal irgendwie Berührung mit Projektmanagement oder Lean oder auch Selbstmanagement zu tun gehabt hat. Und dennoch gibt es immer wieder Probleme damit.

SMART

Und davon kann auch wieder fast jeder kann herunterbeten, was die Abkürzung SMART eigentlich heißen soll. Wir wissen auch, dass es ursprünglich aus dem Englischen kommt und die deutsche Übersetzung an einigen Stellen etwas gequält wirkt, weil man das SMART beibehalten wollte. Im Einzelnen bedeutet die Abkürzung SMART

S = spezifisch
M = messbar
A = anspruchsvoll
R = realistisch
T = terminiert.

Ich weiss, dass SMART manchmal mit anderen Adjektiven übersetzt wird, so wird dann z.B. attraktiv anstelle anspruchsvoll  genannt. Aber das ist nicht mein Problem. In beiden Fällen geht es darum, dass wir uns schon ein wenig anstrengen müssen, um ein gesetztes Ziel zu erreichen. Es muss uns einen gewissen Anreiz bieten. Ob wir das dann anspruchvoll oder attraktiv nennen, sei dahin gestellt. und das „R“ hilft, dass die Ziele realistisch bleiben. Habe ich früher oft Ziele gesehen, die nicht messbar waren (wie etwa: „Ich will sportlicher werden“), so ist interessanterweise das „M“, die Messbarkeit, mittlerweile in den Köpfen angekommen. Ziele werden in der überwiegenden Zahl der Fälle messbar formuliert.

 

Das eigentliche Problem ist das „T“.

Es würde schon einmal niemand sagen, mein Ziel ist terminiert. Aber die Übersetzung aus dem Englischen, na ja s.o.  Trotzdem ist das „T“ das Problem. Viele meiner Blogleser wissen, dass ich auch an Hochschulen tätig bin. Dies aus der Überzeugung heraus, dass Studenten, die noch das gesamte Berufsleben vor sich haben, ganz besonders von Lean Methoden profitieren können.Und in jedem Semester stelle ich einer Gruppe von Studenten eine Lean Aufgabe, in der es darum geht, zunächst einmal festzulegen, was genau sie verbessern wollen, und die Ziele dazu sollen SMART beschrieben sein.

Wenn ich dann die Arbeiten sehe,  wird das „T“ mit einer derartigen Häufigkeit vergessen, dass ich mich frage: „Ist das vielleicht etwas Menschliches, dass wir zwar Ziele haben, aber nicht genau wissen, wann?

Sondern nur irgendwann?“

Wie auch immer. In meinen Kursen erläutere ich SMART – sofern überhaupt noch nötig – und weise immer darauf hin, dass das „T“ oft vergessen wird. Gestern haben die Studenten eines Kurses ihre Projektergebnisse – sie hatten einen Prozessverbesserungs-Workshop durchzuführen – vorgestellt. Und in 80% der Fälle fehlt in der Zielformulierung das „T“.

Und übrigens sind meine Coaching-Erfahrungen, wenn ich Lean Champions bei der Umsetzung ihrer Prozess-Verbesserungs-Workshops unterstütze,  die gleichen hinsichtlich des fehlenden „T“.

 Vergesst mir nicht das „T“!!!

Also deswegen jetzt noch einmal das Plädoyer: Wenn wir Ziele SMART formulieren, vergesst mir nicht das „T“.